6. Dezember - 2. Advent & Heiliger Nikolaus

06.12.2020

6. Dezember - 2. Advent & Heiliger Nikolaus

Diözesanpräses Martin Göke mit Gedanken zu den heutigen Festen


Liebe Schützenschwestern und Schützenbrüder!

Heute, am 2. Adventssonntag, feiern wir ja auch das Fest des hl. Nikolaus.

Allen, die heute ihren Namenstag feiern, meinen herzlichen Glückwunsch.

Wir beginnen wieder mit einem Gebet:

        Guter Gott,

        du führst uns durch diesen Advent.

        Hilf uns, dass wir immer wieder über unseren Weg nachdenken,

        ihn in deinem Licht zu betrachten.

        Heute möge uns der hl. Bischof Nikolaus dabei helfen.

        Er hat den Menschen Gutes getan

        und ihnen dadurch gezeigt, was Liebe ist.

        Hilf uns, dass wir Liebe haben,

        dass wir deine uns geschenkte Liebe weiterschenken.

        Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn. Amen.

 

Aus einem fiktiven Brief des Nikolaus:

„Ihr wundert euch, einen Brief von mir zu bekommen, aber ich ärgere mich manchmal darüber, was ihr aus mir gemacht habt. Setzt euch also hin und hört mir zu: Ihr glaubt doch nicht im Ernst, dass ich über so viele Jahrhunderte von den Gläubigen in Ost und West so hoch verehrt würde, wenn ich so wäre, wie ihr mich oft darstellt – als einen gutmütigen Trottel oder gar als Weihnachtsmann.

Ich war im 4. Jahrhundert Bischof in Myra. Myra war damals eine bedeutende Hafenstadt in der heutigen Türkei, heute ist sie nur noch eine Kleinstadt und heißt Demre, etwa 1oo km südlich von Antalya – das ist euch viel­leicht ein Begriff.

Ich bin zu euch gekommen, um euch eine ganz einfache Alltags-Ge­schichte zu erzählen, wie sie damals nicht ungewöhnlich war:

Da war eine Familie mit drei Töchtern, lauter hübschen Mädchen, ohne eigenes Verschulden in große Not geraten. Eigentlich hatten die Töch­ter heiraten wollen, und jede von ihnen hatte auch schon einen Verlob­ten. Aber damals durften Mädchen nur heiraten, wenn sie eine be­stimmte Summe Geld als Aussteuer oder Mitgift mit in die Ehe brachten. Und die Eltern waren mittlerweile völlig mittellos, obwohl sie sich die größte Mühe gaben, sich ihre Not nicht anmerken zu lassen.

Eines Tages ging ich gerade an ihrem Haus vorüber, da hörte ich von drinnen die Stimme des Vaters, der zu seinen Töchtern sprach: „So kann das nicht weitergehen. Geht und verschafft uns Geld, und wenn es auf unehrliche Weise sein müsste.“

Ich erschrak und überlegte sofort, wie ich verhindern könnte, dass die Mädchen durch ihre Not zur Sünde getrieben würden. Ich kannte eine Reihe reicher Leute, die mir immer wieder größere Geldspenden für die Armen zukommen ließen.

Zu denen ging ich so­gleich, und tatsächlich brachte ich eine ordentliche Geldsumme zu­sammen, die ausreichte, dass alle drei Mädchen heiraten und sogar noch ein richtiges Hochzeitsfest feiern könnten. Weil ich wusste, wie schwer es dem Vater fallen würde das Geschenk anzunehmen, verfiel ich auf eine kleine List: Ich verteilte das Geld auf drei Beutel, dich ich dann nachts heimlich den Leuten durchs offene Fenster warf. Irgendwie hat der Vater aber doch herausbekommen, von wem das Geld kam. Seitdem konnte ich mich kaum mehr vor seiner dankbaren Verehrung retten und so wurde diese Geschichte immer wieder weitererzählt bis auf den heutigen Tag.“

Weiter schreibt er:

„Er hätte es nicht gern, so im Mittelpunkt zu stehen. Das sei nie seine Art gewesen. Viele seiner Hilfsaktionen seien auch im Verborgenen abgelaufen. Wörtlich sagt er: Es ist nicht wichtig, dass ihr mich verehrt. Wichtig ist, dass ihr so handelt, wie ich es getan habe. Seid aufmerksam für die Menschen um euch, schaut genau hin und erkennt ihre Not, und lasst euch etwas einfallen, um ihnen zu helfen. Betet um Gottes Geist, er wird euch zeigen, was die Menschen wirklich brauchen.

 

Segen

Gott segne uns mit dem Segen, den der heilige Nikolaus empfangen hat.

Denn wie der Mond nicht aus eigener Kraft leuchtet, sondern mit dem Widerschein der Sonne das Dunkel der Nacht erhellt,so hat auch Nikolaus seinen Glanz und seine Würde empfangen von Jesus Christus, der wahren Sonne, deren Ankunft alle Menschen erleuchtet.

Dieser Segen gebe uns Kraft, wie Nikolaus den Armen und Notleidenden beizustehen und die nicht zu enttäuschen, die auf unsere Hilfe warten.

Das gewähre uns der barmherzige und gütige Gott,der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

Einen besinnlichen 2. Advent wünscht Euch

Euer Diözesanpräses Martin Göke

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