20. Dezember - 4. Advent

17.12.2020

20. Dezember - 4. Advent

Gedanken zum Schenken und Beschenktwerden von Diözesanpräses Martin Göke


Liebe Schützenschwestern und Schützenbrüder,

Weihnachten steht vor der Tür. Die Zeit wird hektischer. Schön, dass Ihr Euch auch an diesem 4. Adventssonntag Zeit nehmt, die Texte, die ich sende, zu betrachten. Seid alle herzlich gegrüßt.

Gottes Geschenk an uns ist sein Sohn, dessen Geburt wir ja Weihnachten feiern.

Gottes Geschenk an uns ist das Leben Jesu und die Liebe,

die Güte, die Menschlichkeit, die Zuwendung,

die Treue, der Trost, die Zärtlichkeit

die er in die Welt brachten

und womit wir – in seiner Nachfolge – einander beschenken sollen.

 

 Das Schenken

Advent und Weihnachten - das ist die Zeit,

in der man sich etwas schenkt.

Es tut gut, jemandem etwas zu schenken,

der sich von Herzen darüber freut.

Schenken hat etwas mit Liebe, mit Sympathie zu tun.

Aus meiner Freude am anderen schenke ich ihm etwas.

Und wenn der andere überrascht ist,

wenn das Geschenk ihn glücklich macht,

dann ist das allein schon der schönste Dank.

Wenn das Schenken jedoch mühsam wird, dann stimmt etwas nicht.

Dann ist es möglicherweise zur Pflicht verkommen.

Nicht der finanzielle Wert macht ein Geschenk aus,

sondern der Wert richtet sich danach,

inwieweit das Geschenk von Herzen kommt.

Eine Kleinigkeit, aber sorgfältig ausgesucht,

nett eingepackt, liebevoll überreicht -

das kann das schönste Geschenk sein.

Und wenn du selbst etwas geschenkt bekommst, sei dir bewusst,

dass sich da ein lieber Mensch Gedanken gemacht hat,

dass er dir eine Freude machen möchte.

Du bist nicht vergessen!

Hunderte andere werden vergessen,

sie bekommen nie etwas, keiner denkt an sie.

Sei dankbar!

Und dann gib auch zu erkennen,

dass du das zu schätzen weißt, auch wenn es eine Kleinigkeit ist.

 

Liebe Schützenschwestern und Schützenbrüder!

Was viele Menschen heutzutage zu Weihnachten am meisten bewegt, ist das Schenken und Beschenktwerden. Besonders die Jüngeren fragen sich, was sie wohl bekommen werden. Und die Älteren: Habe ich das Richtige getroffen? Wie wird mein Geschenk ankommen?

Weihnachten ist das Fest des Schenkens. Da machen alle mit. Es ist viel Freude dabei, aber häufig auch eine lästige Pflichtübung. Oft ist es wie ein Schlagabtausch - schenkst du mir, muss ich dir auch etwas schenken. Das Problem ist, dass sich die Feier vom Ursprung gelöst und eine Eigendynamik bekommen hat.

Wichtig ist, den Zusammenhang wieder zu sehen. Der Prophet Jesaja kündigt dem König an: »Die Jungfrau wird einen Sohn gebären und ihm den Namen Immanuel ~ Gott mit uns ~ geben« und Lukas verkündet uns die Geburt Jesu.

Das ist das Weihnachtsgeschenk Gottes an uns Menschen. In Jesus hat Gott sich uns geoffenbart, sich mit uns verbündet. Der Name Jesu bedeutet: Gott hilft, heilt, erlöst. Gott schenkt sich uns in Jesus!

Wie reagieren wir?

Stellen Sie sich vor: Sie schenken - und das Geschenk wird abgelehnt, es wird einfach nicht angenommen! Nein danke, zurück an den Absender. Genau das erfährt Gott immer wieder von uns Menschen. Nein, wir brauchen dich und deine Geschenke nicht!

Gottes Kommen in diese Welt ist wirklich abenteuerlich vom Anfang bis zum Ende seines irdischen Lebens:

Zuerst die Verkündigung: Du wirst ein Kind empfangen durch den Heiligen Geist. Dann der Weg nach Bethlehem, die Geburt im Stall, die Flucht, Verfolgung, Ablehnung, Verrat und der Tod am Kreuz. 

Wie verschieden haben die Menschen auf ihn reagiert, von der Annahme bis zur totalen Ablehnung. Und wie kommt Gottes Geschenk bei uns an? Wir nehmen ihn auf, indem wir ihm nachfolgen. Er beschenkt uns mit seiner Liebe. Wer beschenkt worden ist und kein Egoist ist, will weiterschenken.

So bekommt unser weihnachtliches Schenken durch Jesus einen tiefen Sinn. Und wie Gottes Geschenk an uns persönlich ist, so sollen auch unsere Geschenke persönlich sein. Dabei kommt es nicht auf den Preis an.

Was sollen wir schenken? Vor allem das, was wir in Jesus in reichem Maß empfangen haben: Liebe, Güte, Frieden, Toleranz, Rücksichtnahme. Diese Geschenke sind kostbarer als die teuersten Dinge, die wir kaufen können. Ein solches Schenken macht Schenkende und Beschenkte glücklich.

So setzt sich das fort, was Jesus begonnen hat.

Solche Geschenke kosten zwar kein Geld, aber doch sehr viel. Denn vielleicht ist unser Vorrat an Liebe und Güte nicht so groß. Dann wollen wir Jesus in diesen Tagen besonders darum bitten. So wollen wir bei all dem, was wir heute noch tun, schon jetzt daran denken, das wir das Weihnachtsgeschenk nicht übersehen. Nehmen wir es an - mit innigem Dank. Teilen wir daraus aus und schenken wir weiter. Dann wird die Welt nicht verzaubert, aber von Grund auf verwandelt.

Segen

Guter Gott, hilf uns, dass wir in den letzten Tagen des Advents offen werden für dein Geschenk an uns, deinen Sohn Jesus Christus.

Segne und begleite uns auf unseren Wegen, So segne uns der gute Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

 

Möge dir der Stern von Weihnachten den Weg weisen,

wenn du nicht mehr weißt wohin.

Möge das Kind dir Liebe schenken,

wenn du glaubst, dass du nichts mehr zu erwarten hast.

Möge das Licht in deinem Innern leuchten

wenn dir schwarz vor Augen wird.

Mögen Frieden und Freude von Weihnachten immer in dir und um dich sein

durch all die hellen und dunklen Tage des kommenden Jahres!

 

Dies wünscht Euch und Euren Familienangehörigen

Euer Diözesanpräses Martin Göke

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