Zur aktuellen Situation in der katholischen Kirche

30.01.2022

Zur aktuellen Situation in der katholischen Kirche

Gedanken unseres Diözesanpräses Martin Göke


Liebe Schützenschwestern und Schützenbrüder,

die Nachrichten der letzten Wochen und Tage erschrecken uns: Missbrauchsfälle in der Kirche, Verharmlosung, Vertuschung. All das lässt die Zahl der Kirchenaustritte auf neue Höchststände klettern.

Kann man trotz der Negativschlagzeilen noch Positives sagen?

Offensichtlich nicht. Die Kirche in Deutschland leidet unter einem zunehmenden Bedeutungs- und Ansehensverlust. Die Gründe dafür sind vielfältig, schwerwiegend und hinlänglich bekannt. Und so auch die Gründe für den Austritt allzu vieler aus unserer Kirche.

Ein Umdenken ist gefordert. Nicht nur in Worten. Es kann nicht dabei bleiben, wenn gesagt wird, es tut mir leid. Konsequenzen müssen gezogen werden.

Sicherlich ist es schade um jeden Christen, der die Kirche verlässt.

Allen, die der Kirche den Rücken zuwenden, sei aber gesagt: Ihr seid und bleibt Christen! Durch die Taufe ist euch ein bleibendes „unauslöschliches geistiges Prägemal“ eingeprägt worden.

Ihr gehört weiterhin zu Christus. Er lässt niemanden los, der auf ihn getauft ist und seinen Namen trägt, ob mit oder ohne Kirche, gleich welcher Konfession.

Auch ich leide an meiner Kirche.

Aber ich möchte Ihnen und Euch Mut machen. Bleibt! Wir können nur etwas von innen heraus verändern. Dazu ist es aber wichtig, dass wir die Stimme erheben. Nicht alles hinnehmen, was uns gesagt wird. Wir sind mündige Christen. Und dies dürfen wir ruhig zeigen.

Bleiben oder gehen? Ich ermutige zum Bleiben, um von innen her an uns selbst und an der Kirche insgesamt zu verändern und zu erneuern, was „dem Leben in Christus Jesus“ (Phil 2,5) widerspricht und zur Kritik Anlass gibt!

Uns allen, ob wir bleiben oder leider gegangen sind, legt der Gründer von Taizé, Roger Schutz, ans Herz: „Lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast, wenn es auch ganz wenig ist!“

Ich wünsche Euch allen Gottes Kraft und Segen für euren Lebensweg.

Euer Martin Göke, Diözesanpräses

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