Gedanken zu aktuellen Geschehnissen

09.07.2022

Martin Göke zum Krieg in der Ukraine, Corona und der Sehnsucht nach Ruhe


Liebe Schützenschwestern, liebe Schützenbrüder,

der Krieg in der Ukraine führt uns vor Augen, wie Nachrichten durch Lügen ins Gegenteil verzerrt werden können. Die Lüge spaltet, verhindert jede Kommunikation und macht Frieden unmöglich. Nur eine Sprache, die alle miteinander verbindet, ermöglicht Frieden.

Die vom Krieg betroffenen Menschen in der Ukraine brauchen unsere Sprache, damit sie mit ihrem Leid Gehör finden in unserer Welt. Das Leid der Menschen, das wir in den grausamen Bildern aus der Ukraine sehen, macht uns und macht die Leidenden sprachlos. Weil Sprachlosigkeit aber das Leid verstärkt, ist es unsere Aufgabe, für die Leidenden unsere Stimme zu erheben. Unsere Sprache soll die Herzen der Menschen berühren.

Lügen spalten, Liebe verbindet.

Ich wünsche Euch, dass Ihr gerade bei den Schützenfesten eine versöhnende Sprache gebraucht, eine Sprache, die dem Zusammenhalt und dem Frieden dient.

Ich wünsche allen, die noch ihr Schützenfest feiern, viel Freude und Harmonie!

Euer Diözesanpräses Martin Göke


Liebe Schützenschwestern, liebe Schützenbrüder,

in diesem Jahr fällt es uns schwer, die Urlaubszeit unbeschwert zu genießen. Der Krieg in der Ukraine hat uns immer neue Horrornachrichten und erschütternde Bilder geliefert. Die Coronakrise ist noch immer nicht überwunden.

Doch der Mensch braucht Ruhephasen, Zeiten des Durchatmens, der Entspannung. Schon in der Bibel heißt es: Gott hat in sechs Tagen die Welt erschaffen. Aber am siebten Tag machte er eine Pause. Er ruhte aus von seinem Werk. Die Pause hat das Werk erst vollendet: „Am siebten Tag vollendete Gott das Werk und ruhte am siebten Tag."

Das heißt doch: Meine Arbeit wird erst vollendet, wenn ich von ihr ausruhe. Die Arbeit bleibt Stückwerk, wenn ich immer weiterarbeite.

Ich muss ausruhen, das turbulente Leben unterbrechen, damit andere Gedanken in uns einströmen können.

Ausruhen ist aber keine untätige Ruhe, sondern einer Ruhe, die uns einlädt, über die wesentlichen Dinge des Lebens nachzudenken.

Die Ruhe ist also der Ort, der uns einlädt, innezuhalten.

Wir halten inne, wir gehen von außen nach innen, um dann im Innern festen Halt zu finden. Das ist keine Flucht vor der Wirklichkeit. Denn von diesem inneren Halt aus können wir wieder nach außen gehen und die Welt gestalten.

Da werden wieder kreative Verbindungen geschaffen. Die Leute, die pausenlos arbeiten, meinen, sie würden mehr leisten. Aber das Gegenteil ist der Fall: Ihre Arbeit verliert an Kreativität.“

Wir müssen aber auch abschalten, um die Horrornachrichten zu verarbeiten.

Wenn uns das Leid, von dem wir täglich hören, völlig in Beschlag nimmt, dann stumpfen wir ab.

Nur wenn wir gut für uns sorgen, können wir auch für andere da sein.

Wir können erkennen, worunter der andere leidet und was er braucht, damit er gut leben kann. Zudem soll ich Verantwortung für die Menschen übernehmen, die ich liebe. Aber diese Verantwortung ist begrenzt.

Das zeigt Jesus am Beispiel des barmherzigen Samariters, der die Wunden eines Mannes behandelt und ihn zur Herberge bringt. Dort übergibt er ihn gleichsam einer professionellen Hilfe. Er sorgt für ihn, aber er trägt ihn nicht bis zum Ende seines Lebens mit sich herum.

Urlaub ist eine Form der Fürsorge für uns selbst.

So wünsche ich Euch, dass Ihr euch in diesem Sommermonat etwas gönnt.

Gönnt Euch etwas Gutes und plant Eure Pausen bewusst ein.

Euer Diäzesanpräses Martin Göke

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