Corona, Krieg, Missbrauch.... und allem gegenüber steht die frohe Weihnachtsbotschaft

14.12.2022

Corona, Krieg, Missbrauch.... und allem gegenüber steht die frohe Weihnachtsbotschaft

Gedanken zum Jahr 2022 und zum Fest des Jahres von Diözesanpräses Martin Göke


Liebe Schützenschwestern und Schützenbrüder!

Der alttestamentliche Prophet Jesaja hat vor beinahe 3000 Jahren verkündet, was wir seit Wochen und Monaten durchleben müssen? „Das Volk, das in der Finsternis wandelt, sieht ein helles Licht!“

Ist unsere derzeitige Lebens-Situation nicht auch eine Finsternis? Der Ukraine-Krieg, Corona ist noch nicht überwunden. Missbrauchsfälle in der Kirche, Korruption, Machtmissbrauch, alles eine Art Todesschatten, der sich über unser Volk, über die ganze Welt, ausgebreitet hat und uns in vielfältige Fesseln legt? Ein brutaler, menschenverachtender Krieg, der unser Leben nicht nur einschränkt und gefährdet, sondern es auch vielen raubt!

Wie groß ist doch unsere Sehnsucht nach einem freien und normalen, glücklichen Leben in Frieden und Freiheit? Wir suchen oft hilflos und verzweifelt nach Antworten auf die unzähligen Fragen, und so vieles scheint momentan unbeantwortet, aussichtslos und macht uns Angst. Da brauchen wir doch Antworten, Halt, Orientierung, Hoffnung und Mut, damit unser Leben wieder in seine gewohnte Balance kommen kann.

Jesaja will uns mit seinen Worten die Weihnachtsbotschaft ankündigen: „Das Volk, das in der Finsternis ging, sah ein helles Licht; über denen, die im Land des Todesschattens wohnten, strahlt ein Licht auf. Denn ein Kind wurde uns geboren, ein Sohn wurde uns geschenkt“

Diese einstige Verheißung hat sich dann an Weihnachten, hat sich heute bewahrheitet, weil in dieser Heiligen Nacht der Retter, der Heiland, der Erlöser der Menschen geboren ist. Gott hat in dieser Finsternis sein Licht aufstrahlen lassen, indem er uns seinen Sohn als hilfloses und gefährdetes Kind in die Krippe gelegt hat. Die Weihnachtsbotschaft, die wir hören, lautet: „Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteilwerden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Christus, der Herr“.

Die Weihnachtsbotschaft ist inmitten unseres Chaos, inmitten aller unserer Not, eine Botschaft, die uns heute von Neuem verkündet und anvertraut wird. Die Botschaft der Geburt des Gotteskindes ist eine frohe Botschaft, die Licht in unser Leben bringen will, die alle Finsternis und Dunkelheit zu vertreiben und besiegen vermag. Es ist eine Freudenbotschaft, die uns sagen will, dass Gott mit uns ist, dass er uns in unserem Elend nicht alleine lässt, dass er uns retten und befreien wird. Die Geburt Jesu, mit der Gott sich auf die Erde herab begibt, ist kein Märchen, ist keine Fata Morgana der Hirten, sondern es ist die Solidaritätsbekundung Gottes mit uns Menschen.

Aber mehr noch: Weihnachten ist die größte Liebeserklärung Gottes an uns Menschen. Was kann es Trostvolleres in diesen Tagen denn noch geben? Und wer liebt, gibt nicht auf! Wer liebt, lebt mit, der ist da, der heilt und verbindet, der gibt sich hin. Wer liebt, geht nicht weg, sondern teilt und rettet. Weihnachten ist mehr als ein bloßes Familienfest. Weihnachten ist ein einmaliges Fest, es ist das große Fest der Menschwerdung Gottes, das Fest der Liebe und des Lebens.

Weihnachten ist doch nicht nur ein Anlass, sich zu besuchen, miteinander zu essen, zu feiern und sich zu beschenken. Weihnachten ist das Fest der Liebe, der Güte, des Friedens, der Gnade, der Menschenwürde und der Menschenfreundlichkeit, das Fest des Segens.

Wer Weihnachten in diesem Sinn feiert, der darf auch schenken und beschenken, weil der Mensch dadurch Gottes Liebe weiterschenkt.

Vielleicht haben wir Christen in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten auch mit dazu beigetragen, dass der eigentliche Sinn von Weihnachten verdeckt und aus dem Bewusstsein gerückt ist, haben am Konsumrausch mitgewirkt und das Geheimnis der Weihnacht verdunsten lassen. Jetzt, heute, ist die Gelegenheit, das Geheimnis dieses so wunderbaren Festes wieder neu in seinem Glanz und in seiner Schönheit zu entdecken, wieder freizulegen und es uns zu Herzen gehen zu lassen, dass wir die eigentliche Freude erfahren und wahrnehmen, was Gott uns Großartiges geschenkt hat.

Machen wir uns auf den Weg wie die Hirten und die Magier, machen wir unseren Herzen Beine und schauen wir auf den Stern von Bethlehem. Der Stern von Bethlehem führt uns nämlich direkt und ohne Umwege an die Krippe, worin das Gotteskind liegt. Gehen wir an die Krippe wie die Hirten und die Weisen, schauen wir das Kind an und lassen wir uns von ihm anschauen, schauen wir ihm in die Augen, bücken wir uns zu ihm hin. Wenn wir das tun, dann erfahren wir eine Sternstunde unseres Lebens, denn dann haben auch wir Gott für unser Leben gefunden, dann hören wir die Weihnachtsbotschaft im Originalton Gottes: „Mensch, ich liebe dich!“

Lassen Sie Weihnachten in diesem Jahr zu Ihrer persönlichen Sternstunde werden, lassen Sie Gottes Licht in Ihr Herz einstrahlen und glauben Sie dieser wunderbaren Botschaft - sie ist ausdrücklich für Sie! Lassen wir uns nicht von den Flutlichtern des Konsums und Wohlstandes blenden oder uns von Querdenkern einen fragwürdigen Weg weisen!

Der Stern von Bethlehem trägt eine Botschaft der Freude und der Liebe mit sich, die alle Finsternis erhellen und vertreiben kann.

Legen wir alle unsere Ängste, unsere Befürchtungen und unsere Not in die Krippe und vertrauen wir uns dem Kind an, das in dieser Nacht den Frieden bringen will! Weihnachten lädt uns ein, keinem anderen Stern zu folgen als dem von Bethlehem!

Ein gesegnetes und gnadenreiches Weihnachtsfest und Gottes Segen für das Neue Jahr 2023 wünscht Euch

Martin Göke, Diözesanpräses

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